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Flohr Schweisstechnik

WIG Inverter zum Aluminium schweissen

Für das Schweissen von Aluminium und Aluminium-Legierungen kommen hauptsächlich das WIG- (Wolfram-Inertgas) und das MIG- (Metall-Inertgas) Verfahren zum Einsatz. Dabei wurden zum größten Teil die Schutzgase Argon, Helium und deren Gemische verwendet.

Um genügend Einbrand bei Aluminiumprofilen mit einem WIG Inverter mit Argon zu erzielen, muss entweder vorgewärmt oder die Schweissgeschwindigkeit reduziert werden. Dabei liegt die optimale Vorwärmetemperatur bei zum Beispiel über 8mm Blechdicke in etwa bei 200 bis 300 Grad. Das vermindert Einbrandfehler und schlechtes Aufschmelzen.
Dadurch entsteht allerdings der Nachteil des höheren Verzuges, denn die Streckenenergie erhöht sich.
Helium hingegen überträgt die Wärme besser. Es besitzt die bessere Wärmeleitfähigkeit und die höhere Ionisierungsenergie. Der Nachteil mit Helium beim WIG Inverter ist klar die deutlich schlechtere Zündeigenschaft und der dadurch verschlechterte Werkstoffübergang. Nicht zu verkennen ist auch der höhere Preis und Gasfluss.
Neue Schutzgase wurden entwickelt, um genau solche Probleme zu lösen. Diese neuen Gase, Argon He11 und Argon He51, besitzen die optimale Zusammensetzung von Stickstoffmonoxid und Stickstoff im vpm-Bereich. Nach Blechdicke hin ändert sich der Helium-Anteil. Bei Argon He11 sind es nur 10 Prozent Helium und bei Argon He51 hingegen 50 Prozent. Um also einen stabileren Lichtbogen beim Schweissen mit einem WIG Inverter zu erreichen, werden die neuen Schutzgase bevorzugt. So wird die Energie konzentrierter eingebracht und gleichzeitig der Lichtbogen stabilisiert. Bei reinem Argon oder je nach Anwendung eines Argon-Helium-Gemisches hingegen, führte der ständige Polaritätswechsel, der nicht ausbleibt beim WIG-Wechselstromverfahren, zu einer Destabilisierung. Die Konzentration des Lichtbogens wird erst durch die zugemischten Komponenten Stickstoffmonoxid und Stickstoff bewirkt. Der Lichtbogen ist ruhiger und stabiler.
Die Energiedichte ist höher und man erhält dadurch einen tieferen und schmaleren Einbrand, das Fließverhalten wird durch die zusätzliche Wärme verbessert und die Porosität wird durch die Entgasungsbedingungen verringert.
Weniger Verunreinigungen von der Oberfläche können in den Schweissprozess gelangen und führt somit kaum noch zu Poren. Denn die Reinigungszone neben der Naht verkleinert sich. Die hohe Schweissqualität spricht also für sich.
Wig Inverter Gas...Die negativen Eigenschaften des Helium werden durch Stickstoffmonoxid und Stickstoff kompensiert und der Vorteil der besseren Energieübertragung kann genutzt werden.Durch die neuen Schutzgase kann im direkten Vergleich gesehen die Schweissgeschwindigkeit verdoppelt werden. Sie eignen sich hervorragend zum Schweissen in der Personen- und Nutzfahrzeugtechnik, sowie beim Schiffsbau, in der Feinblechindustrie, der Automobilindustrie und in der Busindustrie. Ein weiterer, großer Vorteil der WIG Inverter ist nicht nur die gute Sichtbarkeit des Schweissbads ohne Schweissschlacke, sondern auch die Flexibilität. Nahezu alle Materialen können verarbeitet werden. Es ist kein Zusatzmaterial von nöten. Die hohe Schweissqualität spricht dabei für sich. Daher sind WIG Inverter auch besonders gut für Reperaturschweissungen an allen Arten von Legierungen aus Aluminium. Unter anderem bei Kraftwerken und Rohrleitungen. Auch der wirtschaftliche Aspekt sollte nicht aussen vor bleiben. Bei WIG Invertern sind Einsparungen bis zu 30 Prozent durch die Reduzierung der Schweisszeit gegenüber konventionellen Schweissschutzgasen möglich.